BW mit dem Bund Deutscher Forstleute

Hier der Briefwechsel mit dem Vorsitzenden des Bundes Deutscher Forstleute (BDF), Herrn Jacobs, den unsere Initiative versucht hat, für den vorsorgenden Bodenschutz zu gewinnen. Leider dürfen wir die Antworten des BDF NICHT veröffentlichen, deshalb nur die Schreiben der Initiative „Waldkritik“.

Sehr geehrter Herr Düring,

herzlichen Dank für Ihre Ostergrüße. Unser Schreiben vom 1. April schließt mit der Frage an Herrn Jacobs, ob sich der BDF der Tatsache der schweren Bodenschäden im Schönbuch, Wald des Jahres 2014, entziehen kann:

Sie schreiben uns:

– Ihnen, uns, dem Wald, sei mit wöchentlichen E-Mail –Austausch nicht gedient

Warum glauben Sie das Ergebnis der Diskussion sei bereits festgestellt, die Diskussion beendet?

– Der Schönbuch hätte überzeugt, sei zum Gewinner gemacht, die Auszeichnung sei Ansporn – wir dagegen würden versuchen die Ehrung abzuerkennen, abzuschwächen, in Frage zu stellen

Lassen sich die schweren Bodenschäden deswegen ausklammern, lässt sich die Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit hinnehmen, obgleich das Waldgesetz den Schutz des Bodens und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit fordert?

-Nutzung hinterließe Spuren, vielfach seien diese nur temporär, Fehler passierten, die deutsche Forstwirtschaft sei hochmodern und weltweit angesehen, Maschinentechnik und Bodenschutz würden stetig fortentwickelt

Genügen Ansehen und moderne Technik, zur Kompensation der Schäden und deren Folgen?

– Wir würden von Einzelfällen ausgehend die ganze Forstwirtschaft in Misskredit bringen wollen

Wie gelangen Sie zur Feststellung, dass es sich um Einzelfälle handelt?

Warum glauben Sie, dass uns daran gelegen wäre die Forstwirtschaft in Misskredit zu bringen?

– wir sollten uns an den KWF wenden

Warum weisen Sie uns ab, obgleich Sie dieses Thema in Ihrem Selbstverständnis wähnen?

Was wir uns wünschen ist:

Wir möchten ernst genommen werden!

Wir möchten eine deutliche Verbesserung des Bodenschutzes, zunächst im Schönbuch erreichen.

Gesunde Böden sind unsere Lebensgrundlage und bedürfen deshalb eines verbürgten Schutzes.

Verantwortung für den Schönbuch, das verlangt einen überlegten und bewussten Umgang mit seinen Ressourcen.

Schon allein deshalb möchten wir unsere Beiträge der Korrespondenz auf unserer Webseite veröffentlichen – Ihre Antworten werden wir, wie von Ihnen gewünscht, nicht darstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Waldkritik

Fehlendes Dokument

Sehr geehrter Herr Jacobs,

herzlichen Dank für Ihre kurze Nachricht.

In Ihren Antworten weisen Sie wiederholt und zuvorderst auf die fast ausschließliche ehrenamtliche Tätigkeit beim Bund Deutscher Forstleute. Das Engagement in einem Ehrenamt kommt der Gemeinschaft zu Gute, deshalb findet dieses unsere Wertschätzung! Die anerkennenswerte, ehrenamtliche Tätigkeit kann aber nicht Grund dafür sein, dass der große und einflussreiche Berufsverband des Bundes Deutscher Forstleute, sich der Diskussion des gegenwärtig elementarsten Problems in der Forstwirtschaft, der Zerstörung der Waldböden und der Bodenfruchtbarkeit nicht stellen möchte…

Sie schlagen die Initiierung eines Tagungsschwerpunktes für das Programm der KWF Tagung 2016 vor. Wir werden über Ihren Vorschlag nachdenken. Allerdings bleibt dabei offen, ob und inwieweit eine solche Tagung zur Lösung des Problems überhaupt beitragen kann. Herr Koch hat in einem seiner Leserbriefe, sehen Sie dazu bitte die Anlage, Stellung genommen. Sein Fazit, die Tagungen haben zu keiner Verbesserung der Situation vor Ort beigetragen können.  Warum glauben Sie, indem Sie uns eine Kontaktaufnahme zu den Vertretern des KWF empfehlen, dass dies sinnvoll ist?

Wir haben uns an den BDF und an Sie Herr Jacobs auch deswegen gewandt, weil der Verband die Auszeichnung, Wald des Jahres vergibt und diese dem Schönbuch im Vorjahr zuteil wurde.  In einem Leserbrief zu Herrn Berners Beitrag in BDF aktuell, Ausgabe 1, 2015, habe ich folgenden Gedanken vorgetragen:

Waldnutzung, Menschen, den Schutz von Lebensräumen, Lebensmustern mit Ihren Lebewesen sich örtlich verbinden lassen, der Schönbuch ein Modell? Die Auszeichnung des BDF als Anreiz und Gütezeichen für eine konzeptionelle Erneuerung der Forstwirtschaft in deutschen Waldgebieten?

Ich verstehe die Fragestellung als eine Anregung…

Ich bitte Sie zu prüfen, ob der BDF sich der Tatsache der schweren Schäden an den Keuperböden im Wald des Jahres 2014, wirklich entziehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Waldkritik 

Fehlendes Dokument

 

Sehr geehrter Herr Jacobs,

herzlichen Dank für Ihre Mail und Ihre Antwort. Sie geben uns so die Möglichkeit der Entgegnung, darüber freuen wir uns.

Wir stellen fest, Forstleute genießen in der Gesellschaft einen hohen Vertrauensvorschuss. Ihre Arbeit findet Anerkennung. Forstleute sind für den Wald und die Waldböden verantwortlich.

Das Problem das sich uns allen stellt, ist, Waldböden werden durch Befahrung schwer geschädigt.

Wer ist, wer möchte, wer will, wer kann hier wirklich zuständig sein, will Verantwortung übernehmen?

Gesunde Waldböden sind eine wichtige Voraussetzung für ein Gelingen der Forstwirtschaft, für die Forstsetzung des Lebens.

Wer schützt, wer bewahrt das Bodenflies mit seiner lebensbildenden Kraft vor der Zerstörung durch Forstmaschinen?

Handeln Forstleute wirklich mit dem in sie gesetzten Vertrauen der Gemeinschaft?

Sie schreiben:

Waldboden werde nicht absichtlich zerstört, es würde so schonend wie möglich gehandelt Forsttechnik diene nicht monetären Interessen alleine, sie verbessere die Arbeitssicherheit,

Forschung zum Bodenschutz finde laufend statt,

Wald würde systematisch befahren, dies sei auch ein Kriterium für Zertifizierungssysteme,

das Klima schränke ein, Arbeitsunterbrechungen seien denkbar-könnten aber in einen Ruin führen,

es gäbe Alternativen für die Befahrung,

Bestände müssten gepflegt werden,

Diskussion fände ja statt, Forst BW hätte das bewiesen(?),

Bodenschutz sei immer Schwerpunkt bei Messen,

Fehler würden nur punktuell begangen,

der BDF achte auf das Thema Bodenschutz, Kollegen seien sensibilisiert,

wo gearbeitet werde würden Fehler gemacht werden,

deutschlandweit flächige Verstöße oder systematisch unsachgemäße Befahrung müssten Sie jedoch zurückweisen…

Wir teilen Ihre Bewertung in wesentlichen Punkten nicht:

1.       Was meinen Sie mit „nicht absichtlich beschädigt“? Wenn ein Forstmann/ Forstfrau die systematische Erschließung und Befahrung eines aus bodenkundlicher Sicht für Befahrung ungeeigneten Standorts anordnet, dann ist das Ergebnis absehbar, und die zu erwartenden Bodenschäden somit doch wohl vorsätzlich verursacht?

2.       Irreparable Bodenschäden bei einem einzigen Eingriff aus monetären Überlegungen zu verursachen, wäre völlig inakzeptabel. Arbeitssicherheit ist auch anderweitig zu gewährleisten, allerdings nicht zum Nulltarif.

3.       Es gibt Standorte, die sind nicht befahrbar, ohne daß irreparable Bodenschäden entstehen, daran kann keine Technik der Welt was ändern, und auch keine Witterung (es gibt nie -25 ° C und nie extreme Trockenheit über mehrere Monate).

4.       Es sind nicht einzelne Fehler, die wir bemängeln, es sind die Fehler im System, nämlich die systematische Erschließung aller Bestände, unabhängig davon, ob dies vom Standort her möglich, und vom Bestand her erforderlich wäre.

5.       Messen werden dominiert von der Maschinelobby, effektiver Bodenschutz spielt kaum eine Rolle

6.      Ihre „Kollegen vor Ort“ sind eben häufig nicht sensibilisiert für Bodenschutz.

Wir schlagen vor, nicht auf die unübersehbaren Folgen der Schäden, die auf uns zukommen werden zu warten, sondern jetzt zu handeln! 

Wir schlagen eine Bestandsaufnahme der befahrenen Waldflächen in Deutschland vor, einschließlich der Differenzierung der Schäden nach ihrem Schweregrad, selbstverständlich auch einschließlich der Altschäden… wir wüssten dann wovon wir reden!

Wir schlagen vor, das Konzept des Forstmannes Martin Grüll in der Zeitschrift BDF aktuell vorzustellen und die Landesbetriebe in Deutschland zur Erprobung des Konzeptes zu ermuntern… so könnten Kräfte und Impulse freigesetzt werden! 

Wir schlagen vor, Privatwaldbesitzern und Körperschaften das Konzept zur Erprobung zu empfehlen. Die Waldbesitzer können über eine Anwendung selbst entscheiden…das verstärkt Verantwortlichkeit! 

Wir schlagen vor, dass der BDF dahingehend Initiative ergreift, den Gesetzgeber von der Notwendigkeit eines klar formulierten Gesetzentwurfes zum Schutz des Bodens zu überzeugen! 

Waldgebiete wie der Schönbuch mit seinen empfindlichen Keuperböden, das Waldgebiet unmittelbar vor unserer Haustür, wo wir hinsehen können, welches uns am Herzen liegt, wären eine geeignete Versuchsfläche, könnten Modell dafür sein, Bodenschutz mit weiteren wichtigen Anliegen zu verschmelzen-Landesregierung und Forst BW könnten dies gemeinsam initiieren! Man müsste halt nur mal anfangen!

Bürger sollen an der Entwicklung des Waldes, an seiner Gestalt und seiner Nutzung beteiligt werden.  

Sehr geehrter Herr Jacobs, ich will nochmals fragen dürfen, handeln Forstleute wirklich nach dem in sie gesetzten Vertrauen wirklich korrekt?

Sehen Sie dazu die Bilder an, die wir Ihnen vorgelegt haben.

Grundsätzlich möchte ich Ihnen im Nachgang zu Ihrem Schreiben zu bedenken geben, dass wir alle hinsichtlich ökologisch sauberer, nachhaltiger Waldwirtschaft ganz sicher kein Erkenntnisproblem haben, aber, wir haben ein großes Problem damit dies umzusetzen.

Wir wollen den Gedankenaustausch mit Ihnen auf unsere Seite stellen und bitten Sie um Ihr Einverständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Waldkritik

 Fehlendes Dokument

Sehr geehrter Herr Jacobs,

weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Sie auf unser Schreiben mit dem Anliegen einer Verbesserung des Bodenschutzes bei der Holzernte nicht antworten, gehe ich davon aus, dass Sie diese nicht erhalten haben. Deshalb übersende ich Ihnen diese erneut mit der Bitte um Stellungsnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Waldkritik

Sehr geehrter Herr Jacobs,

die Initiative Waldkritik möchte zu einer Verbesserung des Bodenschutzes beim Einsatz von Forstspezialmaschinen beitragen. Bitte sehen Sie dazu auch: http://www.waldkritik.de

Die Initiative kritisiert die derzeitige sich darstellende Situation im Schönbuch und im gesamten Landesforstbetrieb Baden-Württemberg, die befahrungsempfindlichen Böden (des Keuperberglandes) werden bei der Holzernte massiv geschädigt.

Nach unseren Informationen findet sich das Problem der Schädigung von Waldböden und Bodenfruchtbarkeit auch in den Landesbetrieben der anderen Bundesländer wieder. Nach einer vorsichtigen Schätzung werden/wurden in Deutschland wenigstens 12 000 qkm Waldböden (wenigstens 10 Prozent der gesamten Waldfläche, mit Schwerpunkt in den von öffentlichen Forstverwaltungen bewirtschafteten Wäldern) mit Forstmaschinen unsachgemäß befahren und die Böden dabei schwer gestört. Diese Entwicklung setzt sich derzeit durch systematische Erschließung mit Rückegassen auch nicht befahrungsgeeigneter Standorte weiter fort.

In den Waldgesetzen der Bundesländer wird die Erhaltung des Bodens und der Bodenfruchtbarkeit aber nachdrücklich gefordert. Nachhaltige Forstwirtschaft lässt sich nur mit dem Schutz der Böden und deren Fruchtbarkeit vereinbaren. Die Zielsetzung der Waldwirtschaft mit der Integration, ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Leitlinien droht zu scheitern-ist in Abschnitten bereits gescheitert. Böden sind für das Leben von grundlegender Bedeutung. Deshalb bitten wir Sie, sich verstärkt für Bodenschutz einzusetzen, und bei den Forstverwaltungen entsprechend zu intervenieren-eine Diskussion mit dem Ziel, eine Verbesserung des Bodenschutzes bei der Holzernte zu initiieren, zu befördern.

Wir glauben fest, dass die Forstwirtschaft in Deutschland ihre Vorbildfunktion wieder finden kann. Allen Akteuren ist das Jahr des Bodens geläufig. Es bedarf aus unserer Sicht aber der längst fälligen öffentlichen Diskussion um einen vorsorgenden Schutz der Waldböden bei der Holzernte.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Waldkritik

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Der runde Tisch zum Wald