Bodenschutzkonzept für den Schönbuch

Zur Vorbereitung unseres Bodenschutzkonzeptes für den Schönbuch möchten wir allen Interessierten die beiden nachfolgenden Artikel / Beiträge empfehlen:

Bemerkenswert für Baden Württemberg ist die Dissertation von Herrn Dr. Schäffers. In der Kurzfassung werden Verformungsschäden auf den befahrbaren Waldflächen in der HÖHE VON 50 PROZENT angegeben.

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Der Beitrag Matthies, spricht die rechtliche Seite der Schäden an.

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Auswirkungen von Bodenbefahrungen

In der Freiburger Bodenkundlichen Abhandlungen Nr.40 von T. Gärtig hat dieser schon 2001 festgestellt, daß für den Bodengashaushalt, das Feinwurzelsystem und die Vitalität von Eichenbeständen die Bodenbefahrung eine entscheidend wichtige Rolle spielt.

Schon 2001 – also vor immerhin 14 Jahren – war es allen beteiligten Fachleuten durchaus klar, daß es sich bei den Bodenverdichtungen und -deformationen bei Leibe nicht um ein „ästhetisches“ Problem handelt, was sich bereits nach kurzer Zeit durch neue Begrünungen erledigt!

Auch hier zeigt sich wieder: Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem, die Tat folgt leider nicht ‚mehr‘ der wissenschaftlichen, ökologisch sinnvollen Einsicht, sondern der ökonomischen ‚Notwendigkeit‘ …

Boden unbefahren-befahren

Artenvielfalt schützen – die Zeit drängt

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Wien, 30. Juni 2015 – Weltweit sind 22.784 Arten gefährdet – mit steigender Tendenz. Das belegt die im Juni 2015 von der Welt-Naturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) veröffentlichte Rote Liste der Pflanzen- und Tierarten. Das Ausmaß dieser Gefährdung wird oft erst verspätet erkannt und unterschätzt. Eine neue Studie unter der Leitung des Umweltbundesamt-Experten Franz Essl zeigt, welche Mechanismen dazu führen, dass Veränderungen der Artenvielfalt verzögert wahrgenommen werden und wie die Politik gegensteuern kann. Die Studie wurde am 29. Juni im renommierten Fach-Magazin „Trends in Ecology and Evolution“ veröffentlicht.


Herr Weber, von der facebookseite „Waldwahrheit“ hat zu dem obigen Artikel auf seiner Seite den nachfolgenden Beitrag verfaßt:


„Neben der Landwirtschaft sei auch die Forstwirtschaft Verursacher des Artenrückganges“ – »Es ist ein ganz zentrales Anliegen, uns um die Arten der lichten Wälder zu kümmern«

… so Jürgen Marx von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW).

Da muss sich Herr Marx doch keine Sorgen machen. Wenn die Intensität der Holznutzung im Alterklassenbetrieb so weitergeführt wird, wie in den letzten zehn Jahren, kann doch das Wort ohnehin zur Wahrheit werden: „Alles ist Licht …“

Bei näherem Hinschauen zeigt sich jedoch das Dilemma des herkömmlichen Naturschutzes auch im Wald – Einzeltierarten-bezogen, Lebensraum-„typisierend“, konservierend …

Vom Verständnis der elementaren zu Grunde liegenden Prozesse scheint da wenig bewusst zu sein.

Da ist also der Schmetterling Eschen-Scheckenfalter verschwunden, wo der Wald dunkler ist, als diesem Falter bekommt. Wie viele Arten der relativ dunklen Naturwälder sind bereits verschwunden, ohne dass sie vorher in die Rote Listen gelangen konnten – weil ihnen nicht die selektive Aufmerksamkeit der Experten zuteil wurde?

Welche Art ist wichtiger als eine andere im Prozess negentropisch wirkender Komplexität lebendiger Systeme?

„Pflanzen und Tiere individuell schützen und fördern“, so die Aussage des Landesforstpräsidenten Max Reger, „Gerade lichten Waldstrukturen gilt dabei ein besonderes Augenmerk – sie sind in den vergangenen Jahren zugunsten dunklerer, feuchter und dicht bewaldeter Flächen zu kurz gekommen“.

Wenn dann noch Großtiere in das Blickfeld zurückkehren, die publikumswirksam in die Wälder getrieben werden können, um einem letztlich unbewiesenen fiktiven Bild nachzukommen, das ein bestimmtes Naturschutz-Paradigma aus jahrhunderte zurückliegender Nutzungsformen herleitet – und wenn es dann noch gelingt, einen Zeitgeist daraus zu konstruieren – na, dann haben wir doch wieder einmal eine richtige win-win-Situation:

Der Entomologe mit seinen Spezialvorlieben freut sich, die Umweltverbände finden sie auch ganz gut (nicht nur, weil sie Förderprojekte generiert) und die Forstbetriebswirtschaft, die am liebsten den bereits gegebenen und eifrig verschleierten Untervorrat der Wälder weiter absenken möchte – dem Naturschutz zuliebe, versteht sich – kommen endlich an einen Runden Tisch …

Das ist konstruktive Zusammenarbeit – Naturschutz muss konstruktiv sein, also konstruiert werden, denn ohne Naturschutz und Forstwirtschaft ist Wald ein hilfloses Gebilde, es bedarf unserer ganzen aktiven Fürsorge. Ohne pflegende Hand keine Natur.

Karl-Friedrich Weber

Korrespondenz mit Herrn von Wilpert

Sehr geehrter Herr Dr. von Wilpert,

in der Zwischenzeit glauben wir, dass Sie unser Anliegen, zu einer Verbesserung des Bodenschutzes im Schönbuch beitragen zu wollen nicht genügend ernst nehmen. Sie fordern in Ihrem jüngsten Schreiben eine paritätische Auswahl der Schadorte und wissen dabei genau, dass sich das Problem der Schäden ortsgebunden, besonders auf befahrungsempfindlichen Böden darstellt. Zur Begründung führen Sie an, dass wir mit einer alleinigen Auswahl der Orte das Thema dominieren würden. Sie seien in Sorge, dass wesentliche Teile des Problems nicht zur Sprache kämen.

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Korrespondenz mit Herrn Dr. Ißleib

abläßlich des nachfolgenden Leserbriefs:

Leserbrief zum Artikel: Herausforderung für Förster und Forstunternehmen, Holzzentralblatt erschienen am 2. April 2015

Im Artikel ist er um 2600 ha kleiner geraten, der Schönbuch, um den es hier geht. Auffallend ist, dass er nicht als Organismus angesprochen wird. Es genügt das strapazierte Prädikat, „Wald des Jahres“, zu zitieren. „Es habe sich viel getan“… das stimmt, bezieht man sich auf den Kreislauf des Lebens, der von den Akteuren unabhängig, um ein weiteres Jahr fortgeschritten ist.

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Bodenschutz nach Schweizer Art

Gesunde Böden sind für die Erhaltung einer alles umfassenden Nachhaltigkeit im Wald eine grundlegende Voraussetzung. Naturbelassene Böden stellen ein System mit erstaunlich grosser Selbsterhaltungskraft dar und gewährleisten umfassend die Erfüllung aller Waldfunktionen. Böden sind aber auch eine nicht erneuerbare Ressource. Es ist daher wichtig, dass Waldböden in ihrer Fruchtbarkeit weder durch Stoffeinträge noch durch die Waldbewirtschaftung mit entsprechenden physikalischen Einwirkungen beeinträchtigt werden.

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Bodenverdichtung in der Forstwirtschaft

Liebe Freunde der Initiative „Waldkritik“,

im Nachfolgenden veröffentlichen wir einen Aufsatz zur Bodenverdichtung in der Forstwirtschaft von Herrn Prof. von Wilpert und Herrn Schäffer. Die Untersuchungen, die dem Aufsatz zugrundeliegen, haben im Schönbuch, genauer bei Weil im Schönbuch stattgefunden. Die Ergebnisse zeigen die ökologischen Konsequenzen aus der unsachgemäßen Befahrung das Feinwurzelsystems.

Immer wieder weisen wir auf unserer Waldkritikseite auf die enormen Schäden, die bei der Holzernte durch unsachgemäße Befahrungen des Waldbodens entstehen, hin, auf die Zerstörung der Vegetation, die Zerstörung des Aufbaus der Humus- und Bodenstrukturen, die Zerstörung des Gasaustausches, die Zerstörung der ordentlichen Wasseraufnahmefähigkeit, die Zerstörung der Symbiose von Pilzen und Feinwurzeln, die Vernichtung von Bodenorganismen usw. usw..

Wenn durch Befahrungen z.B. das Feinwurzelsystem geschädigt wird, obwohl das auch für BW gültige Waldgesetz die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit fordert, dann kann die Holzernte nicht Ausdruck ordnungsgemäßer Forstwirtschaft sein! Bei der Anlage der Rückegassen in Baden Württemberg behauptet die Forstwirtschaft immer wieder einen Flächenverlust von 10% nicht zu überschreiten, andere – hoch kompetente Experten – gehen von mindestens 20 % aus, womit der Bodenverlust bei mindestens 272 000 ha. liegt, darüber hinaus gibt es nach wie vor keine Kennzahlen zur Differenzierung der Schäden!

Natürlich kann man immer wieder versuchen, unsere Kritik lächerlich zu machen, aber die nüchterne Faktizität, die durch die Waldbodenschäden entsteht, die kann man durch „Lächerlichmachen“ nicht aus der Welt schaffen und die werden uns Menschen einholen – ob wir wollen oder nicht.

Aber lesen Sie jetzt bitte den Aufsatz von Herrn Prof. von Wilpert und Herrn Schäffer in dem Sie HIER klicken.