Blickpunkte

Herr Barner, hat uns für die Webseite Bilder geschickt,  die wir hier gerne veröffentlichen:

GesamtHerr Barner hat unsere Webseite zum Anlass genommen die Holznutzung in Rübgarten aufmerksam zu begleiten. Er hat uns seine Bilder geschickt und zeigt aus seiner Sicht Schäden an ausgeschilderten Wanderwegen. Sie sind nicht mehr begehbar! Das wollen wir darstellen. Wir wollen weiter erreichen, dass die Besucher des Schönbuchs sich in die Planung einbringen können.

Unser Ziel ist, Bürger und Bürgerinnen zu einer Beteiligung an einem Entwicklungsprozess zur Gestaltung des Schönbuchs mit Bürgerbeteiligung zu ermuntern.
Was jetzt vielleicht noch ungeübt ist, kann sich mit der Zeit entwickeln. Dazu ist die Vielfalt Ihrer Sichtweise und Mitteilung wichtig. Diese Vielfalt wollen wir als Blickpunkte bezeichnen. Ein Blickpunkt ist dann gleichsam Ihr Blick durch ein gedachtes “Betrachtungsfenster” auf den Schönbuch.

Senden Sie uns, was Sie wichtig finden. Wir möchten ein möglichst vielfältiges Bild  gewinnen. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

Überall die gleichen Bilder

Liebe Freunde,
wenn alles im Winter bei der Holzernte so wunderbar wäre, wie die Forstämter nicht müde werden zu behaupten, dann fragt man sich doch, weshalb sich die Bilder aus vielen Wäldern in Deutschland nach der Holzernte so katastrophal gleichen, so wie in diesem Fall der Holzernte im Moosbach-Wald bei Feucht nahe Nürnberg.

Spricht dieses Bild nicht Bände?

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Hier klicken um zum ganzen Bericht zu gelangen!

Die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Nürnberger Land hat in den letzten Jahren viele Meldungen besorgter Bürger über die Waldwirtschaft in den Staatswäldern erhalten. Diese Informationen sowie eigene Beobachtungen des BN zeigen grundsätzliche Probleme bei der Bewirtschaftung auf. Es handelt sich hier u.a. um eine Fläche in unmittelbarer Nähe von Röthenbach (Revier Seespitze), um Naherholungswälder am Dreibrüderberg bei Feucht und bei Winkelhaid sowie am Glasersberg bei Wendelstein, aber auch um andere Flächen. Erhebliche Bodenschäden, Vernichtung von wichtigen Strukturen wie Waldrandhecken und starke Durchforstungseingriffe habe man beobachtet, so der BN in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Forst Nürnberg hält dagegen und spricht von Falschmeldungen.

Die Dinosaurier sind irgendwann auch mal ausgestorben…

DinosaurierLiebe Freunde der Initiative Waldkritik,

auch die Dinosaurier sind irgendwann in der Evolution ausgestorben, weil sie mit den Lebensbedingungen in den Wäldern unseres Heimatplaneten nicht mehr  zurecht kamen.

Genau so wird es auch dem neuen,  1 Million! Euro teuren und 70 Tonnen schweren! Waldmonster im niederbayrischen Kelkheim gehen. Der neue Großharvester „Raptor“, der mit seiner Hebe-Halte-Technik 900 Festmeter pro Woche umhauen kann und ich sage hier gleich dazu, wenn er rentabel arbeiten soll, auch umhauen muß!!! frist sich durch den Wald, wie ein nimmersattes Monster. Mit einer Hebekraft von 3 Tonnen und einer Reichweite von 17 Metern bewältigt er Stockdurchmesser bis 100cm, ist für Hangneigungen bis 30% ausgelegt, da der Oberwagen tiltfähig, also kippbar ist.

Wenn sich nun das Hightechmonster mit seinen 70 Tonnen Gewicht durch den Wald bewegt, macht er in seiner Waldbodenzerstörung seinem Bruder, dem bäumerückenden Forwarder, den Rang streitig! Der Forstmann im Filmbeitrag erwähnt zwar, daß der „Raptor“ mit seinem Raupenfahrwerk äußerst schonen für den Waldboden ist, zumal er gleich selbst noch einen Reisigteppich vor sich ausbreitet, bevor der den Waldboden befährt, so daß keine so tiefen Fahrspuren, wie wir sie in einigen Bildern immer wieder gezeigt haben, entstehen, aber die Bodenverdichtung, die durch die 70 Tonnen zzgl. der gefällten Bäume zustanden kommen, verdichten den Waldboden eben trotzdem. Damit können Raptor und Forwarder gemeinsam den Waldboden auf Jahrhunderte beschädigen oder zerstören.

Aber klar,  das ist der ökonomische Zahn der Zeit, eine einfache, dreiköpfige Waldarbeiter-Rotte schafft gerade mal 300 Festmeter in der Woche und viele Pausen sind da auch nicht drinn. Der Großharvesterfahrer ‚Willibald‘, so will ich ihn hier mal nennen, der schafft von seinem Führerhaus bequem das 3 fache ganz allein und die Gefahr, daß er krank wird oder verunfallt ist auch viel geringer. Die Frage bleibt an dieser Stelle trotzdem, was macht eigentlich die 3köpfige Waldarbeiter-Rotte, während Harvesterfahrer ‚Willibald‘ die Bäume umhaut, geht die stempeln oder sägt sie als Ein-Euro-Jobber die vielen kleinen Bäume und Büsche 10 bis 100 Meter links und rechts der Straßen ab???

Bedenken wir an dieser Stelle, daß die Automation der letzten 50 Jahre ein unendliches Meer an arbeitswilligen Menschen aus ihrer Existenz in die mehr oder weniger gut ausgestatteten Sozialsysteme der Staaten gedrängt hat, wenn man gleichzeitig bedenkt, daß wir in exponentieller Geschwindigkeit auf eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden zusteuern, geht hier auch an dieser Stelle wieder deutlich sichtbar eine Schere auf, die wir mit den Systemen, wie wir sie heute haben, nicht bewältigen können.

Und bitte seid so gut, wenn ihr die 3 arbeitswilligen Arbeiter der Waldarbeiterrotte morgen vor der Tür des Arbeitsamtes sitzen seht, dann beschimpft sie nicht auch noch als „arbeitsscheues Gesindel“, wenn ihr ihnen schon ihre Existenz genommen habt.

Ein kritischer Umgang mit den Möglichkeiten, die uns moderne Technik zur Verfügung stellt, ist jedenfalls auch im Falle des „Raptors“ dringend angeraten.

Ganz zu schweigen vom Ressourcenverbrauch, den so ein heiliges Großharvester-Blechle beansprucht, der wird mit keinem Wort erwähnt, liebe Freuden so wird es nicht weitergehen, wenn man immer nur den einen, den geheiligten ökonomischen Aspekt bei allem im Auge hat, dann hilft es auch nicht mehr, wenn man in Hochglanzbroschüren wie ein Mantra die „nachhaltige Waldwirtschaft“ beschwört. Die Natur, die trotz der ständigen Verfehlungen des Menschen sowieso schon mehr als großzügig ist, wird sich auf Dauer diese Vergewaltigungen durch schwerste Maschinen und dahinter stehende Profitinteressen nicht gefallen lassen.

Ich kann mich immer nur wiederholen, es gibt Ernte- und Rückemethoden, die den Wald nicht fertig machen, zugegeben, die machen die Holzernte teurer und den Output geringer, aber wenn wir einen ressourcenschonenderen Umgang mit dem Holz hätten, bräuchten wir eben auch viel weniger davon und würden mit dem auskommen, was an Holz jedes Jahr nachwächst und zwar ohne den millionenschweren Einsatz von „Raptoren“.

Für mich ist das Hightechmonster „Raptor“ der Ausdruck des Grundsatzes: „Weiter so!“ Aber so wie irgendwann die Dinosaurier ausgestorben sind, werden in der Evolution auch derartige stählerne Waldmonster aussterben, davon bin ich überzeugt, spätestens dann, wenn der Mensch seine Lebensgrundlagen endgültig zerstört hat.

2015 ist zum „Jahr des Bodens“ ausgerufen worden, nehmen wir dieses Gedenkjahr nicht zum Anlaß uns an die guten alten Zeiten, in denen der Waldboden noch intakt war, zu erinnern, sondern denken wir darüber nach, wie wir unseren Umgang mit dem Wald und seinem Boden so ändern können, daß auch künftige Generationen noch den Wald in seiner natürlichen Schönheit und Leistungsfähigkeit genießen können.

Wer nach diesen einleitenden Worten noch das Bedürfnis verspürt, den Beitrag vom TVA Fernsehen Ostbayern sich reinzuziehen, der kann es durch einen Klick auf das nachfolgende Bild tun, ich verspreche, daß es sich nicht um einen Faschingsscherz handelt, sondern um die bittere Wahrheit, auch wenn die Augen des interviewten Forstmannes vor Begeisterung sprühen!

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Pressemitteilung der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

In der Pressemitteilung (siehe unten) der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wird genau das angeschnitten was Forstplanung für den Schönbuch sein könnte:
Erholungs- und Naturerfahrungsraum für die Menschen im Einzugsbereich des Mittleren Neckar – Grün für die Menschen und Schutz der Ressourcen, hier des Bodens.
Die Landesregierung hat Ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen, Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 31. Mai 1990, 2 BvR 1436/87, die Bewirtschaftung des Körperschafts-und Staatswaldes, …dient der Umwelt-und Erholungsfunktion des Waldes, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Die staatliche Forstpolitik  fördert im Gegensatz zur Landwirtschaftspolitik weniger die Betriebe und die Absetzbarkeit ihrer Produkte als vielmehr die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes … und hat dafür zu sorgen, dass das Landeswaldgesetz, hier Baden-Württembergs, eingehalten wird.

Insbesondere gilt:

§ 13 Nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes
Der Wald ist so zu bewirtschaften, dass die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes unter Berücksichtigung der langfristigen Erzeugungszeiträume stetig und auf Dauer erbracht werden

§ 14 Pflegliche Bewirtschaftung des Waldes
Abs. 1 den Boden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten
Abs. 7 die Nutzungen schonend vorzunehmen.

§ 22 Umweltvorsorge im Rahmen der Bewirtschaftung
Abs.1 Die Umwelt, der Naturhaushalt und die Naturgüter sind bei der Bewirtschaftung des Waldes zu erhalten und zu pflegen.

Die Forstpolitik des Landes, die Übersetzung des ökologischen, sozialen und ökonomischen Grundmusters in der Waldbewirtschaftung des  Schönbuch ist trotz FSC-Zertifizierung gescheitert!

Die empfindlichen Böden werden durch die stereotype Übertragung der Feinerschließung und durch eine völlig verfehlte Rückegassenkonzeption zerstört. Wenigstens 2500 ha sind geschädigt!
Zwingend erforderlich wäre es, daß der Forst BW in quantitativer (Anzahl der Schäden) und qualitativer (Grad der Schäden) Hinsicht den Zustand des Waldes und Seines Bodens dokumentiert und veröffentlicht.
Der Schönbuch ist Staats- und Körperschaftswald und somit Bürgerwald und die Bürger lehnen die schonungslose Arbeitsweise der Forstverwaltung ab!

Hier die Pressemitteilung der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum Stadtwald Lübeck (Nr. 027/15 | Berlin, 10.02.2015)

Leserbrief zum Beitrag in BdF aktuell/Ausgabe1 2015

Liebe Freunde der Initiative Waldkritik,
kürzlich hat Herr Daniel Bauer, Landratsamt Böblingen, Abteilung Forst in der Zeitschrift für Forstleute, Forstpolitik und Wald, BDF aktuell, Ausgabe 1, des Jahrgangs 2015 einen Beitrag mit dem Titel: Ein erster Blick zurück, der Schönbuch-Waldgebiet des Jahres 2014 veröffentlicht.

Zu dieser Rückschau hat die Initiative Waldkritik einen Leserbrief verfasst der nun in Ausgabe 2 veröffentlicht wurde. Unsere Bitte, seinen Beitrag auf unsere Webseite stellen zu dürfen, hat das Landratsamt ohne nähere Begründung negativ beschieden…

wir dürfen Ihnen diesen also nicht zeigen und müssen leider hinnehmen, an dieser Stelle auf den allzeit notwendigen demokratischen Diskurs zu verzichten…

Was wir aber machen können ist, wir stellen Ihnen unsere Antwort an Herrn Berner  auf die Seite. Hier ist sie!

BdF aktuell/Ausgabe1 2015
Leserbrief zum Beitrag von Martin Berner, ein erster Blick zurück:

Der Schönbuch-Waldgebiet des Jahres 2014

DER SCHÖNBUCH HAT GEWONNEN…

7000 Mausklicks, Auszeichnung – Festreden… 2014,
der Schönbuch hat gewonnen…

Die Fotografin im Wald, der Mensch im Handumdrehen animiert-zurückgelassen
…im Kasten tolle Bilder.
Ins Zeug gelegt!

Für Kritiker Demonstration…Metallpferd, Riesin auf Bändern, ForstBW.
Die Gelbbauchunke plantscht vergnügt.
Ins Zeug gelegt!

Festakt für die Ränge – großes Veranstaltungsprogramm.  Ja und der Wald?
Der Schönbuch hat gewonnen! …hat der Schönbuch gewonnen?

Forstwirtschaft ohne Rücksichtnahme auf die Böden zerstört Lebensgrundlagen
– wenigstens 2500 ha Waldfläche im Schönbuch, mehr als 12 000qkm Waldböden in Deutschland?
Ein Unrecht dem es Einhalt zu gebieten gilt!

Entwicklung?
Waldnutzung, Menschen, den Schutz von Lebensräumen, Lebensmustern mit Ihren Lebewesen sich örtlich verbinden lassen, der Schönbuch ein Modell? Die Auszeichnung des BDF als Anreiz und Güte-zeichen für eine konzeptionelle Erneuerung der Forstwirtschaft in deutschen Waldgebieten?

Herr Berner sinniert, die Menschen schätzten ihren Wald,  gestiegen seien  Erwartungen  an die Forstpartie-Bewirtschaftung und ihre Spuren stünden im Fokus. Recht hat er!

Was nach der Auszeichnung  bleibt? Nix! Oder vielleicht doch: Einwände, zunehmend wachsender Widerstand der  Bürgerinnen und Bürger gegen die rücksichtslose Zerstörung der Böden bei der Holzernte im Schönbuch, der Holzernte in Deutschland!

Harald Kunz, Initiative Waldkritik/ www.waldkritik.de